Sonntag, 9. September 2012

11.Volksbank Münster Marathon



Vorbereitung:

Die Sub 3:10 sollte es werden in Münster. Nach einer 3:10:22 beim Hornisgrinde Marathon Ende Juli auf hügeligem Profil, erwartete ich gerade zu diese Zeit auf einer flachen Strecke. Jedoch war es erst mal nichts mit Tempoeinheiten. 3 Wochen lang recht hoch dosiertes Antibiotika gegen chronische NNH Entzündung, ließen nur Jogging bis Dauerlauf zu. Hauptsache ich konnte irgendwie gerade so die nötigsten Kilometer laufen. Als das endlich überstanden war, gab es als Zugabe wieder Probleme mit ISG und LWS. Dauerproblem linkes Knie fing im sitzen an der Innenseite an zu schmerzen. Da fragt man sich echt manchmal ob es doch nicht besser ist, den ganzen Kram einfach sein zu lassen! Aber wenn es dann wieder so halbwegs geht, dann sind solche grausigen Gedanken schnell vergessen.

Training angezogen, 2 Wochen vor Münster sogar noch den Koberstädter Waldmarathon (3:13:32) mitgelaufen. Keine Pause eingelegt, sondern fleißig weiter Training mit Tempo Einheiten gemacht.

Am Freitag schon mal so halb die Sachen gepackt. Ich verspüre leichte Schluckbeschwerden und die Ohren drücken. Fühlt sich an wie ne aufkommende Erkältung. Das hat mir ja gerade noch gefehlt. Letzte lockere Laufeinheit zeigt allerdings normale bis gute Pulswerte.

Samstag:

Voller Vorfreude, leider auch mit Halsschmerzen und Ohrendrücken, geht es die 320km nach Münster. Die Marathonmesse ist schnell gefunden. Relativ klein und übersichtlich ist die Messe im Gymnasium Paulinum aufgebaut. Startunterlagen holen, bisschen umsehen. Weiter in die Unterkunft "Sleep-Station" in der Nähe des Bahnhofes. Dort habe ich für 32 Euro ein Einzelzimmer bekommen. Duschen und WC sind auf der Etage, das reicht mir. Kurz ausruhen, dann gleich in die Innenstadt ein gemütliches Restaurant suchen für das Abendessen.



Marathonmesse im Gymnasium Paulinum
klein und übersichtlich die Marathon Messe in Münster

links: Marathonmesse im Gymnasium Paulinum  rechts: klein und übersichtlich die Marathon Messe in Münster

Meine Unterkunft. Sleep-Station in Münster Einzelzimmer 32 Euro pro Nacht
Sehr ansprechend, Sleep-Station in Münster

links: Meine Unterkunft. Sleep-Station in Münster Einzelzimmer 32 Euro pro Nacht  rechts: Sehr ansprechend, Sleep-Station in Münster

Die Altstadt von Münster ist das absolute Highlight. Ich komme gar nicht mehr aus dem staunen heraus. Der Prinzipalmarkt ist bereits geschmückt und herausgeputzt für den morgigen Zieleinlauf. Wahnsinn!
Meine Wahl für das Abendessen fällt auf den Italiener "La Torre". Wie üblich Spaghetti aglio olio, Salat und alkfreie Weizen. Ich bin echt müde und die Halsschmerzen machen mir zu schaffen. Ich gehe wieder zurück zur Unterkunft, lege die Sachen raus für morgen und versuche früh zu schlafen.

Münster ist die fahrradreichste Stadt Deutschlands
Die Lambertikirche vom Prinzipalmarkt aus gesehen

links: Münster ist die fahrradreichste Stadt Deutschlands  rechts: Die Lambertikirche vom Prinzipalmarkt aus gesehen

Der Prinzipalmarkt ist schon festlich geschmückt für den Marathon
Das historische Rathaus von Münster

links: Der Prinzipalmarkt ist schon festlich geschmückt für den Marathon
rechts: Das historische Rathaus von Münster

St.Paulus Dom
Abendessen im "La Torre"

links: St.Paulus Dom  rechts: Abendessen im "La Torre"

Erst mal ein Salat vorweg
Dann wie immer Spaghetti aglio olio

links: erst mal ein Salat vorweg...   rechts: ...dann wie immer Spaghetti aglio olio

Sonntag:

Um 5 Uhr bin ich pünktlich wach. Immer noch leichte Halsschmerzen, die Ohren drücken ein bisschen. Aber ich fühle mich besser als gestern Abend. Der Schlaf hat also gut getan. Mitgebrachtes Frühstück aus dem Kühlschrank geholt. 2 Brötchen mit Käse und ein Ei. Dazu gibt es reichlich Kaffee, denn im Flur steht eine Kaffeemaschine mit allem was man braucht! Super! Gegen 7 Uhr würge ich noch den Ultra Bar Starter Pack runter, in der Hoffnung damit den Einbruch auf der Strecke zu verzögern.


Ich genieße die Ruhe beim Fussmarsch durch die Innenstadt in Richtung Start am Schlossplatz. Wie geil der Prinzipalmarkt hergerichtet ist. Das wird ein super Zieleinlauf heute. Total motiviert komme ich ins Gespräch mit anderen Startern welche auch zum Schlossplatz laufen. Viele sind skeptisch wegen den Wettervorhersagen von bis zu 28°C. Ja klar, unterm Strich wird das wohl 2-3 Minuten kosten. Dennoch bleibe ich bei meinem Ziel von Sub 3:10.

Wie üblich noch der obligatorische Gang zum Dixiklo, Läuferbeutel abgeben und dann zum vereinbarten Treff mit Eckhard und Mike vor dem Amtsgericht. Kurzer plauder Plausch, dann müssen wir auch schon los zum Startplatz.

Mein Frühstück, 2 Brötchen mit Käse und ein Ei. Dazu gibt es reichlich Kaffee
Idylle in der Altstadt vorm Marathon

links: Mein Frühstück, 2 Brötchen mit Käse und ein Ei. Dazu gibt es reichlich Kaffee   
rechts: Idylle in der Altstadt vorm Marathon
 

Der Start ist ganz in der Nähe vom Schloss
Treff mit Mike und Eckhard

links: Der Start ist ganz in der Nähe vom Schloss   rechts: Treff mit Mike und Eckhard

Bisher eine perfekte Orga des Marathons. Überhaupt kein Gedrängel im Block, keine übermütigen 4 Stunden Läufer im 3:00-3:30 Block. Eine kleine Showeinlage hat man sich auch noch einfallen lassen. Reckturnerlegende der 70'er Eberhard Gienger landet kurz vor 9 Uhr mit dem Fallschirm und übergibt die Pistole zum Startschuss dem Oberbürgermeister. Sogar die Event Sängerin "Lore-Lei" wurde verpflichtet um hier die deutsche Nationalhymne zu singen. Was das allerdings bei einem ganz normalen Stadtmarathon soll, versteht wohl keiner so genau. Noch einmal feuern wir uns gegenseitig an. Eberhard und Ich wollen die Sub 3:10 angehen. Mike hat seine Ziele ein paar Minuten dahinter gesteckt. Der Countdown wird gemeinsam runter gezählt, der Startschuss fällt und los geht's.

Das Starterfeld füllt sich, trotzdem kein Gedrängel
Alles klar zum Start Mike, Frank und Eckhard

links: Das Starterfeld füllt sich, trotzdem kein Gedrängel   rechts: Alles klar zum Start Mike, Frank und Eckhard

Start:

Die breite Straße am Stadtgraben hinunter. Rechts und links der Strecke sehr viele Zuschauer. Das verspricht schon mal einiges für den Lauf. Scharfe Linkskurve in die Aegidiistraße. KM1 mit 4:30min/km genau im Soll. Über die Johannisstraße in die Krummer Trimpen, vorbei an der Überwasserkirche.  Leicht verspüre ich den linken hinteren Oberschenkel. Immer noch ein Überbleibsel vom Koberstädter Waldmarathon. Abzweig rechts in die Rosenstraße. Schon hier nutzen die meisten Läufer/innen die Möglichkeit zum betrügen über einen Platz an der Abzweigung.

KM2 und 3 in je 4:22min/km. Die Zeiten sind ok, aber ich tue mich schwer dabei. Abzweig links vorbei an der nächsten Kirche. Diesmal die St.Martini. Jetzt geht es zum ersten Mal auf die "Promenade", eine Fahrradautobahn welche um die gesamte Innenstadt führt. Überhaupt wird hier sehr viel für die Radfahrer gemacht. Nicht umsonst gilt Münster als die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands. Es geht weiter im Norden der Altstadt, hier muß jetzt eine Schleife gelaufen werden um dann wieder auf die Promenade zurück zu kommen. KM4 in 4:29min/km und KM5 in 4:23min/km.


Überwasserkirche Münster. Bildquelle: Carschten
St.Martini Kirche Münster. Bildquelle: Tobias Nüssel

links: Überwasserkirche Münster. Bildquelle: Carschten   rechts: St.Martini Kirche Münster. Bildquelle: Tobias Nüssel

Getränk am ersten Versorgungspunkt geschnappt. Ganz wichtig heute, viel trinken! Schon jetzt merkt man langsam die Temperaturen. Inzwischen läuft es besser. Ich habe mich an das Tempo gewöhnt, laufe immer noch zusammen mit Eckhard. Wieder auf der Promenade diesmal in entgegengesetzter Richtung. Vorbei am "Zwinger". KM6 in 4:26min und KM7 in 4:39min. Der nächste Getränkestand. Das klappt ja prima mit der Wasseraufnahme. Als hätten die das vorher geübt. Gleich reihenweise strecken mir Hände die Wasserbecher entgegen. Die Unterstützung an der Strecke ist wirklich top, sogar außerhalb der Innenstadt.


Die "Promenade" ist ein Ring von ca. 4.5km länge für Fußgänger und Radfahrer, welcher die komplette Altstadt umschließt
Der "Zwinger" Bildquelle: Bernhard Kils. Als mächtiges Bollwerk und Geschützturm wurde er im frühen 16. Jahrhundert zur Sicherung der Stadtbefestigung errichtet

links: Die "Promenade" ist ein Ring von ca. 4.5km länge für Fußgänger und Radfahrer, welcher die komplette Altstadt umschließt
rechts: Der "Zwinger" Bildquelle: Bernhard Kils. Als mächtiges Bollwerk und Geschützturm wurde er im frühen 16. Jahrhundert zur Sicherung der Stadtbefestigung errichtet

Eckhard läuft an den Versorgungsstellen nicht durch, somit wird der Abstand zwischen uns größer. Ich bin jetzt in diesem Rhythmus drin, möchte nur ungern langsamer laufen. Also geht es erst mal alleine weiter. KM8 wieder ne 4:25min. Abzweig rechts Ludgerisstraße, vorbei am Marienplatz. Wieder durch die Innenstadt, da wird mächtig Tempo gemacht. Das macht richtig Spaß hier! Jetzt bin ich drin im Marathon! Über die Klosterstraße zum Stadtmuseum Münster. Abzweig Salzstraße, vorbei an der Dominikanerkirche. KM9 in 4:26min. Tolle Stimmung in den schmalen Gassen der Innenstadt. Es kommt der erste Höhepunkt. Vorbei am Stadthausturm und der Blick auf den Prinzipalmarkt. Einfach nur geil! Dann noch diese Stimmung. Noch 32km dann bin ich wieder hier zum finishen! KM10 Durchlauf bei 44:24min. Es läuft alles nach Plan. Wenn ich das durchhalten kann dann ist die Sub 3:10 heute machbar!


Stadtmuseum Münster
Stadthausturm

links: Stadtmuseum   rechts: Stadthausturm

Aegidiistraße runter, vor uns liegt der Aasee. Weiter entlang am Ufer des Sees. Immer noch top Unterstützung von den Zuschauern. Über den Richard Schumann Weg führt die Strecke auf die Scharnhorststraße und somit weg von Ufer des Aasee. KM11 in 4:22min. Nächster Verpflegungspunkt kommt. Dann gleich der Abzweig rechts. Brücke über den Aasee. KM12 in 4:27min. Jetzt den Zentralfriedhof Münster umrunden. Erst schön im Schatten dann in der Sonne. Diese knallt inzwischen ganz schön runter. Das wird heute absolut kein Spaziergang! KM13 in 4:26 und KM14 in 4:23.

Ich komme ins Gespräch mit einem Läufer der sehr flott unterwegs ist. Er erzählt mir, dies ist sein erster Marathon seit 18 Jahren! Er will unter 3:30 bleiben. Aber wir sind hier gerade auf Kurs Sub 3:10! Nee, 3:30 bleibt sein Ziel. Abzweig auf den breiten Rishion-le-Zion-Ring. Zur linken das Uniklinikum von Münster. KM15 sogar in 4:17min, da ich Idiot das Tempo von meinem Gesprächspartner mitgegangen bin. So geht das nicht lange gut, ich lasse abreißen und drossele das Tempo ein wenig.

rechts: der Aasee ist der größte Naherholungsraum im Stadtgebiet von Münster. Bildquelle: Odo

der Aasee ist der größte Naherholungsraum im Stadtgebiet von Münster. Bildquelle: Odo

Weiter zum Stadtteil Gievenbeck. Mit 4:25/4:25/4:30/4:22min/km für KM16-19 bleibt die Pace voll auf Kurs. Die Strecke führt nun außerhalb von Münster durch das Feld. Eine Brücke über die Bundesstraße 54 wird zur ersten größeren Herausforderung. Ich bin froh als die Kuppe der Brücke erreicht ist. 4:31min für KM20. Ernsthafte Ermüdungserscheinungen machen sich jetzt schon breit. Über den Kreisel auf die Steinfurther Straße. Jetzt wird er interessant. HM Durchlauf, die Uhr steht bei 1:33:22. Das ist gut, so hatte ich mir das vorgestellt. Aber ich hab ordentlich zu kratzen. Noch mal 21km, los weiter durchhalten.

Über die Autobahn A1 nach Nienberge rein. Top Stimmung hier, Staffel Wechselzone. Hier brennt die Luft. So mag ich's. Mit neuem Schwung geht es weiter. Weiter durch Nienberge. Die Stimmung hier steht der von Münster in nichts nach. Ja sogar Stelzenläufer als Schmetterlinge gekleidet, runden diesen tollen Eindruck von Nienberge ab. KM22 in 4:29min. Diesen Schnitt muß ich so lange es geht halten!

Das Ort wird verlassen und somit ist auch die Stimmung weg. Trotzdem KM23/24 in 4:24 und 4:22min/km gelaufen. Ich bekomme Seitenstechen. Sofort versuche ich durch gezieltes ausatmen das Problem in den Griff zu bekommen. Klappt leider nicht. Egal wie, es muß jetzt weitergehen. Ich bin gut in der Zeit, auch wenn es immer schwerer fällt. Hier eine Sub 3:10 wäre der Hammer!

Auf dem Schonebecker Weg erreichen wir den 25km Marker. Mit 1:50:41 ist alles im grünen Bereich. Macht eine gesamt Pace von 4:26min/km. Weiter geht es am malerisch gelegenen "Haus Vögeding". Nochmal Wasser aufnehmen. Es wird immer schwieriger die Pace zu halten. Immerhin schaffe ich noch den Schnitt von unter 4:30min/km für KM26 und 27.

Den Läufer von KM13 habe ich wieder eingeholt. "Auf komm' unter 3:15 das geht heute" rufe ich ihm zu. "3:30 bleibt mein Ziel", seine Antwort. Das Gehöft am Stodtbrockweg ist erreicht. Bald sind wir in Roxel, so langsam wird es wirklich zäh. Schon die ganzen letzten Kilometer knallt die Sonne auf den Kopf. KM28 die Ernüchterung ist da, 4:38min! Ich stemme mich dagegen, aber irgendwie geht da nicht mehr viel. Ich könnte noch ein Gel nehmen, aber die Seitenstechen sind immer noch nicht so richtig verschwunden. Vielleicht hilft jetzt die Stimmung in Roxel. KM29 in 4:33min. Anfeuerung von allen Seiten. Daran liegt es wirklich nicht. Verzweifelt versuche ich noch ein paar Reserven zu mobilisieren.

KM30 Messmatte, die Uhr steht auf 2:13:21. Macht ne Gesamtpace von 4:27min/km. Noch 12km zu gehen. Raus aus Roxel KM31 in 4:32min. Über die Autobahn A1 rüber. Strecke jetzt leicht abschüssig. Ich versuche nochmal Tempo aufzunehmen, das muß ich jetzt ausnutzen. Letzter Staffelwechselpunkt und somit wieder Stimmung. KM32 dank Gefälle in 4:22min/km. Noch 10km. Durchhalten und kämpfen! Gievenbeck ist erreicht. Ich quäle mich die Strecke entlang, bin völligst platt. Abzweig in die Dieckmannstraße, die beiden Kreisel durchlaufen, KM33 zu meinem entsetzten in 4:53min abgedrückt. Ich glaube das war's dann wohl mit der Sub 3:10.

Es geht aber auch gar nix mehr. Noch 9km zu laufen und jetzt schon total im Eimer. Die Staffelläufer welche an mir vorbeiziehen, nehmen einem noch die letzte Motivation. Es hilft doch nichts, vergiss die Sub 3:10, konzentrieren auf's ankommen in einer halbwegs ordentlichen Zeit! Komm weiter! Trostlos jetzt das Neubaugebiet von Gievenbeck. Hier ist kaum Stimmung und jetzt wäre das doch so wichtig. Noch einmal probiere ich alles und schaffe immerhin ne 4:36min für KM34. Ferngesteuert geht es weiter, schon längst habe ich kein Blick mehr dafür was am Straßenrand abgeht.

Der nächste Verpflegungspunkt kommt. Ich bin am überlegen ob ein Iso-Getränk was bringen könnte. Nein besser nicht. KM35 ist mit 4:45min akzeptabel. Den Nünningweg runter. Nur noch 7km rede ich mir ein. Das muß doch zu packen sein. Wo ist nur der nächste KM Marker? Wieder Stimmung am Power Point in Gievenbeck. Abzweig Arnheimweg. KM36 in 4:44min ist geradezu sensationell für meinen Zustand. Weiter über die "Gievenbecker Reihe". Noch 6 verdammte Kilometer.

War es dumm von mir den Koberstädter Waldmarathon vor 2 Wochen zu laufen? Warum hab ich so viel Tempo im Training gemacht? Wäre eine Regenerationswoche nach dem Waldmarathon besser gewesen, als ganz normal weiter zu trainieren? Mit hätte, wenn und aber komme ich auch nicht schneller ins Ziel. Ich muß mich jetzt konzentrieren und zusammenreißen. KM37 in 4:54min. Jetzt bloss keine Gehpausen einlegen! Immer weiter, scheiß egal wie. Immer schön im fluß bleiben. Auch wenn die Zeiten schlechter werden. Unterm Strich wird das immer noch ein gutes Ergebnis. Außerdem überholt mich keiner außer Staffelläufer. So schlecht kann's also nicht sein.

Verpflegungsstand kommt. Ich greife diesmal doch zu Iso. Warum weis ich auch nicht, aber in der Verzweiflung tut man so manches. Wieder auf der breiten Roxeler Straße nähern wir uns Münster. KM38 in 4:55min, obwohl ich nur noch über die Strecke schlurfe. Rechts ab über die Albert-Schweizer-Straße in die Schmeddinger Straße. "Auf es ist nicht mehr weit", hört man immer wieder von der Seite. KM39 endlich, 5:13min gebraucht. Bei mir geht absolut nichts mehr! Mausbacher Straße, Niels-Stensen-Straße, letzter Verpflegungspunkt. Wasser geschnappt. Ein junger Helfer hält mir ein Iso Getränk hin, "möchten Sie vielleicht noch ein Iso, das baut nochmal auf!" Wirklich rührend die Unterstützung hier an den Verpflegungsstellen.

KM40 in 5:04min, Gesamtzeit 3:01:20. Noch einmal halb um den Zentralfriedhof rum, das kenne ich schon von heute morgen, aber diesmal geht es wesentlich langsamer. Der Aasee ist in Sicht. Weit ist es nicht mehr und die Stimmung zieht mächtig an. Das ist super, danke Münster! Ich quäle mich, gebe alles was noch drin ist. KM41 in 4:52min. Die Aegidiistraße ist in Sicht, gleich ist es geschafft! Rüber geht es am Aegidiitor. Die Straße rauf unter tosendem Applaus. Abzweig am Aegidiimarkt in die Rothenburg. Von allen Seiten nur noch Jubel und Lärm, eine fantastische Stimmung hier in der Altstadt. Das entschädigt für all die Qualen der letzten Kilometer. KM42 die Uhr steht auf 3:11:13. Nochmal alles reinhauen. Der Prinzipalmarkt bebt! Ist das geil hier. Wahnsinn! Ja sogar mein Name wird durchgesagt. Der Zieldurchlauf kommt. Ich habs geschafft!


Super Unterstützung am Aegidiiplatz
Wahnsinn, was für eine Stimmung im Zieleinlauf

links: Super Unterstützung am Aegidiiplatz   rechts: Wahnsinn, was für eine Stimmung im Zieleinlauf

nur noch wenige Meter bis ins Ziel
Geschafft! Jetzt erst mal ein paar alkfreie Weizen im Zielauslauf

links: nur noch wenige Meter bis ins Ziel, der Prinzipalmarkt bebt!   rechts: Geschafft! Jetzt erst mal ein paar alkfreie Weizen im Zielauslauf

3:11:58, na das ist doch noch ne super Zeit geworden. Ich bin echt zufrieden. Kurz nach mir kommt auch Eckhard ins Ziel. Zusammen läßt es sich schöner feiern! Haufenweise alkfrei Bier wird abgepumpt. Mit einer guten 3:36:56 kommt nun auch Mike ins Ziel. Nochmal Prost.
Zum Duschen geht es zurück ins Paulinum. Der kurze Fußmarsch durch die Innenstadt tut gut macht die müden Beine wieder locker.
Schön wars in Münster. Eine tolle Veranstaltung in einer sehr schönen Stadt. Ich komme wieder in 2013!

Münster gefinished in 3:11:58
Die Sub 3:10 nicht erreicht, dennoch hoch zufrieden Eckhard und Frank

links: Münster gefinished in 3:11:58  rechts: Sub 3:10 nicht erreicht, dennoch hoch zufrieden Eckhard und Frank

-> Laufanalyse Münster 2012 im Herbst Marathon Vergleich