Sonntag, 9.November 2014

18.Rursee Marathon


Rurseet Logo 2014 gross bericht

Mit dem Rursee steht der letzte Marathon aus 6 Marathons im Wochentakt auf dem Programm. Danach gibt es 2 Wochenenden kein Marathon, bevor es am 30.November zum Knaller nach Florenz geht. Groß was reißen kann man am Rursee nicht. Die Strecke gehört mit 570 Höhenmeter und stellenweise holprigen, geschotterten Abschnitten zu den anspruchsvolleren Kursen. Verkleidete Spassläufer oder Mitglieder des Marathonprojektes "von 0 auf 42" wird man am Rursee ganz bestimmt nicht antreffen. Die meisten wissen genau was auf Sie zukommt. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist der Zuspruch sehr groß. Laut Veranstalter werden bis zu 500 Starter für die Marathondistanz erwartet. 

Das Training unter der Woche bestand darin, die schweren Beine vom Bottrop Ultra wieder aufzulockern. Bis zum Samstag immerhin 42km gelaufen. Sogar die übliche Tempoeinheit am Mittwoch wurde absolviert.

Sonntag:

Wieder einmal extrem früh aufstehen. Frühstücken, Tasche packen, los fahren. Vereinskollege Dirk wird pünktlich um 6Uhr im Worms aufgesammelt. Weiterfahrt zum Rursee in die Eifel. Ankunft um 9Uhr in Einruhr am Rursee. Start ist erst um 10:30Uhr. Da bleibt noch jede Menge Zeit, für einen Kaffee, umziehen, Lage checken und noch etwas ausruhen. 

Das Wetter ist nahezu perfekt. Es sieht nicht nach Regen aus. Lediglich die Temperaturen unter 10°C sind wir noch nicht gewohnt. Der Start muß aufgrund der vielen Nachmelder noch einmal um ein paar Minuten verschoben werden. Stolz verkündet der Sprecher, dass in diesem Jahr weit über 1000 Teilnehmer auf die Strecken 42,2km bzw. 16,5km (Start um 11:00Uhr) gehen werden. Der Countdown wird runtergezählt, dann geht es endlich los.


Frühstück um 4:30Uhr. Ich bin es ja schon gewohnt
Festzelt am Start/Ziel Bereich des Rursee Marathons

links: Frühstück um 4:30Uhr. Ich bin es ja schon gewohnt  rechts: Festzelt am Start/Ziel Bereich des Rursee Marathons


Viele Vormeldungen sind zum 18.Rursee Marathon eingegangen
Die Shirts vom Rursee Marathon. Für 8Euro lang oder kurz, da kann man nicht meckern.

links: Viele Vormeldungen sind zum 18.Rursee Marathon eingegangen 
rechts: Die Shirts vom Rursee Marathon. Für 8€ lang oder kurz, da kann man nicht meckern.


Für die schnellen Voranmelder bis zum 31.Aug gibt es sogar noch einen Rucksack dazu
Immer wieder ein Gefummel mit dem Zeitmesschip. Da gibt es wesentlich bessere Lösungen!

links: Für die schnellen Voranmelder bis zum 31.Aug gibt es sogar noch einen Rucksack dazu 
rechts: Immer wieder ein Gefummel mit dem Zeitmesschip. Da gibt es wesentlich bessere Lösungen!


Reichlich Auswahl an belegten Brötchen.
Die Bühne für die Sieger

links: Reichlich Auswahl an belegten Brötchen.  rechts: Die Bühne für die Sieger


Das Festzelt füllt sich.
Fertig umgezogen geht es raus in die Kälte zum Start

links: Das Festzelt füllt sich.  rechts: Fertig umgezogen geht es raus in die Kälte zum Start


Start:

Der erste Kilometer führt durch das Ort Einruhr. Die Straße ist breit genug. Kein Gerangel, keine Manöver, sehr entspanntes Laufen. Am Ortsausgang wird der Weg schmaler und führt zunächst leicht ansteigend am Ufer des Rursees entlang. Die Steigung macht noch keine Probleme. Es dauert nicht lange, da geht es auch schon wieder runter. Die Strecke wird beschwerlicher. Ein leicht vermatschter Feldweg führt erst mal weg vom See. Bei KM4 haben wir den See wieder vor uns. Mit Pace 4:39min/km bin ich sogar etwas schneller als ursprünglich geplant.


Der erste Kilometer führt durch den Ort Einruhr
Kirche von Einruhr

links: Der erste Kilometer führt durch den Ort Einruhr  rechts: Die Kirche von Einruhr


Überall einladende Cafés in Einruhr
Durch die Straßen von Einruhr läßt es sich noch gut laufen

links: Überall einladende Cafés in Einruhr  rechts: Durch die Straßen von Einruhr läßt es sich noch gut laufen


Wieder dicht am Ufer entlang steuern wir auf die Urfttalsperre zu. Vereinskumpel Dirk ist schon nicht mehr in Sichtweite. Der ist auf einmal losgezogen, das konnte ich nicht mehr mitgehen. Wollte der nicht auf eine Zielzeit knapp unter 3:30 laufen? Die Strecke raus zur Talsperre wird extrem schmal. Treppenstufenartig geht es nach oben. Leider bildet sich hier schon ein kleiner Stau. Meine Vorausläufer/innen müssen die Stufen gehen. Ich komme nicht vorbei, werde ausgenbremst. Einfach zu blöd! Aber was soll ich machen? Endlich oben angekommen wird die 58 Meter hohe Urfttalsperre überquert. Ein super Ausblick hat man hier. Auf der anderen Seite der Talsperre kommt kurz vor KM7 der erste Verpflegungspunkt.
 
Ganz klar, der Anstieg auf die Talsperre hat Kraft gekostet. Da bin ich wirklich froh, dass es erst mal wieder runter geht. Eine Landschaft ist das hier. Einfach toll. Das alles erinnert mich irgendwie an die Krombacher Bier Werbung. Aber das wurde nicht am Rursee gedreht. Ich habe ganz schön nachgelassen. KM 9 und 10 jeweils in 4:40min/km gelaufen. Die Beine sind jetzt schon schwer. Der 10km Durchlauf ist mit 46:35min aber noch ganz ordentlich.

Die Strecke verzweigt sich. Für uns geht es weiter rund um den See. Die 16,5km Strecke führt über den Paulusdamm auf die gegenüberliegende Seite vom Obersee. Es folgt ein 2,5km langer Anstieg über 70Hm. Das läßt die Pace fast auf einen 5'er Schnitt steigen. Was habe ich mir da bloß wieder angetan? Die Beine sind extrem müde. Es hilft nichts. Da muß ich jetzt durch! Schon seltsam, obwohl ich zu kratzen habe, werden in regelmäßigen Abständen die Mitstreiter überholt.

Dieser Abschnitt wäre geschafft. Die Kuppe ist erreicht. Jetzt kommt der Teil, bei dem man Zeit gut machen kann. 5,5km größtenteils absteigende Strecke. Schnelle Pace, bisschen Ausruhen, und immer mal wieder ein toller Blick auf den Rursee. Kurz vor KM19 gibt es auf einem Parkplatz den nächsten Versorgungspunkt. Die Gelegenheit, das erste Gel einzuwerfen. Heute ist Resteverwertung angesagt. Kein Powerbar wie üblich. Der ganze geschenkte Kram von den Marathonmessen muß ja auch mal aufgebraucht werden. Wenn ich darauf Seitenstechen bekomme, ist das heute nicht ganz so tragisch. 

Der weitere Streckenverlauf ist etwas unklar. Ich laufe über einen weiteren Parkplatz. Keine Streckenposten, nichts! Egal, ich komme zwangsläufig wieder auf die Bundesstraße über den Schwammenauel Staudamm. Am Hotel Seehof müßte doch jetzt die Strecke runter zum Ufer führen. Hier stimmt doch was nicht! Plötzlich ruft es von hinten. Halt! Hier runter! Na super! Schon wieder kein Streckenposten. Diesmal hat mich das Zeit gekostet. Mindestens 30 Sekunden. Das geht zu weit. Verärgert laufe ich den kleinen Weg am Ufer runter und versuche die verlorene Zeit aufzuholen.  

Es dauert nicht lange, da sind die anderen Läufer wieder in Sichtweite. KM21 ist gerade passiert, da schaue ich doch mal auf den Forerunner. Noch ca. 100m dazu, und schon steht mit 1:37:20 die Halbmarathon Durchlaufzeit fest. Das ist knapp ein Schnitt von 4:37min/km. Gar nicht mal so schlecht. Die anfängliche Müdigkeit in den Beinen ist auch überwunden. Das könnte ich packen, unter 3:20 im Ziel einzulaufen. Der Puls für die erste Hälfte ist im Schnitt mit 140 (79%) geradezu sensationell gut. 

Das Profil der Strecke ist durchgehend wellig, aber vorerst ist keine größere Steigung dabei. Nur bei KM23 kommt man mal kurzzeitig außer Puste. Dafür gibt es bei KM24 am Scheitelpunkt einen weiteren Verpflegungspunkt. Hier schnappe ich mir ein ISO Getränk. Die nächsten 4km sind mehr abschüssig als eben. Diesen Abschnitt laufe ich mit 4:35'er Pace etws flotter. Ein Arm des Rursees führt uns weit ins Schilsbachtal hinein. Nach einem weiteren VP am Jugendferienheim (KM29), steigt die Strecke wieder an. Erst ganz locker, später in der Ortschaft Woffelsbach wird es heftig.    

Da kommt auch wieder Vereinskumpel Dirk ins Sichtfeld. Es dauert nicht lange, da kann ich ohne Probleme vorbeigehen. Bei Ihm geht nichts mehr. Er ist gestern noch den 7,8km Wettkampf in St.Martin voll gelaufen.
Ich bin froh, als wir Woffelsbach endlich hinter uns lassen
. Das ständige auf und ab Profil im Ort, hat die Fußsohlen zum glühen gebracht. Jetzt muß ein Stück auf der Bundesstraße L128 gelaufen werden. Das ist landschaftlich nicht mehr so attraktiv. Doch das KM32 Schild sagt mir, dass es nicht mehr so weit ist!

Die Bundesstraße wird wieder verlassen. Es geht zunächst rein ins Ort Rurberg. Kurz darauf führt die Strecke über den Seerandweg wieder ans Ufer des Rursees. Erstaunlich sind immer noch die KM Splits. Kaum ein Kilometer wird schlechter als 4:40min abgedrückt. So habe ich bei KM36 eine Gesamtzeit von 2:45:45 auf der Uhr stehen. Mal hochrechnen:
 Ein bisschen mehr als 6km zu laufen. Eine ziemlich krasse Steigung bei KM37 steht noch auf dem Plan. Trotzdem, unter 3:20 ist auf jeden Fall drin!

Sehr schön jetzt die Strecke in Rurberg direkt am Seeufer entlang. Nochmal aufmunternden Beifall am Café Henn aufgesaugt. Das kann ich auch brauchen. Die Batterien sind leer, und das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Über den Eiserbachdamm wird der Eiserbachsee überquert. Gleich nach dem Staudamm zweigt die Strecke nach rechts ab. Ein extremer Anstieg liegt vor mir. 65Hm auf 500 Meter. Laufen kann man das nicht mehr. Das geht nur noch im gehen. 2 Läufer vor mir gehen langsamer als ich. Ich ziehe im gehen vorbei. 2 Plätze gutgemacht. Und das im gehen!

Oben angekommen, muß man erst mal wieder in Tritt kommen. Das Gefälle hilft einem ganz schnell wieder in die Spur. KM38 in 6:21min gelaufen, die Uhr steht auf 2:57:01. Den letzten Verpflegungsstand lasse ich aus. Noch 4KM. Unter 3:20, das hört sich einfach an, aber ein paar "Hindernisse" kommen noch. Serpentinenartige Naturtreppen eingearbeitet in den Weg, erschweren es die Pace zu halten. Dazu kommen noch ein paar Sonntagsausflügler genau in diesem Abschnitt. Ich rufe laut: "Achtung! Läufer kommt!". Etwas zögerlich machen die Spaziergänger Platz. Sehr gut, das wäre gepackt! Sauber, KM39 in 4:35min.

Da war doch noch was! Aus dem Vorjahr weiß ich, da kommt noch ein Anstieg. Aber KM40 ist schon vorbei. 4:53min und 3:06:28. Das reicht auf jeden Fall! Ah ja! Da ist der leichte Knick den Hang rauf. Ich kann mich wieder erinnern. Das wird die letzte Herausforderung für heute werden. Auf komm! Durchhalten! Es wird nicht gegangen! Schön weiter, kleine Schritte den Hang rauf. Ich pack das! Nicht gehen! Geschafft! KM41 in 5:02min ist doch super. Jetzt kann man es laufen lassen! Ich freue mich. Strahle übers ganze Gesicht. Es sind nur noch ein paar hundert Meter. Über den See kann man schon das Zielgelände sehen.

Über die Brücke der Bundesstraße 266 nach Einruhr. Scharfe 180° Kurve. Der Zieleinlauf liegt vor mir. 6 Marathons im Wochentakt. Ich habs gleich geschafft! Die Zeit wird noch locker unter 3:18 bleiben. Die letzten Meter. Wie geil. Ein schöner Zieleinlauf am Rursee. Der Bogen kommt. Ende! 3:17:25. Über 2 Minuten schneller als letztes Jahr. Ich bin total zufrieden. Im Zielbereich haue ich mir mindestens 5 Äpfel rein. Bananen gibt es auch noch dazu. Leider kein alkfrei Weizen. Man kann halt nicht alles haben. Ein paar Minuten später kommt auch Dirk ins Ziel. Er hat den Marathon mit 3:25 noch ordentlich beendet.


schöner Zieleinlauf am Rursee
die letzten Meter. Es ist geschafft. 6.Marathon im Wochentakt gefinished.

links: schöner Zieleinlauf am Rursee  rechts: die letzten Meter. Es ist geschafft. 6.Marathon im Wochentakt gefinished


Rursee gefished. Dirk und Frank
Verbesserungsfähig: Mini Duschen mit 4 warmen Brausen für alle Männer.

links: Rursee gefished. Dirk und Frank  rechts: Verbesserungsfähig: Mini Duschen mit 4 warmen Brausen für alle Männer.


Nach einer halben Ewigkeit Fußmarsch durch Einruhr, haben wir die Duschen erreicht. Eine Mini Umkleide und 4 warme Duschen für alle Männer. Das ist verbesserungsfähig! Nochmal zurück ins Festzelt. Bisschen stärken und ein alkfrei Weizen gegen Bezahlung muß noch sein!


Weizen und eine kleine Stärkung nach dem Marathon muß jetzt einfach sein
Zwischenstopp auf der Heimfahrt. Kaffeepause beim "Lohner".

links: Weizen und eine kleine Stärkung nach dem Marathon muß jetzt einfach sein.
rechts: Zwischenstopp auf der Heimfahrt. Kaffeepause beim "Lohner".